Raspberry Pi 3A+ vs Raspberry Pi 3B+ vs Raspberry Pi Zero W

Geposted von Maximilian Batz am

Das neue Modell Raspberry Pi 3A+ kommt als eine willkommene Ergänzung der Raspberry Pi Produktfamilie, und ist ein massives Upgrade für den in die Jahre gekommenen Pi 1A+.

Es behält den selben kompakten Formfaktor bei. Klein genug, um ihn in die Hosentasche zu stecken (wenn man sich an den pieksigen GPIO Pins nicht stört), groß genug um alle Stecker "in normaler Größe" anzustecken. Passé sind die microUSB OTG Host Adapter, die man am Pi Zero W immer wieder einstecken darf ...

Aber alles der Reihe nach.

Der Raspberry Pi 3A+ ist eine "kompakte" Version des Pi 3B+, genauso wie der Pi 1A+ eine kompakte Version des Modell Pi 1B+ war. Mit denselben technischen Spezifikationen wie das Top-Modell der Raspberry Pi Reihe bis auf einige wichtige Details:

Es wurde im Gegensatz zum Pi 3B+ weggelassen:

  • 512 MB RAM (d.h. der Pi 3A+ hat 512 MB RAM)
  • der USB / LAN Hub
  • es gibt nur einen USB Port statt vier
  • es gibt keinen LAN Anschluss
  • und dem zufolge natürlich auch keinen PoE Steckverbinder :-)
  • Platinenfläche - der Pi 3A+ ist deutlich kompakter

Alle anderen Anschlüsse - Kameraport, Displayport, GPIO, Audio-Out sind vorhanden, und in gewohnter Pi 3B+ Größe.

 

Ein fundamentales Upgrade der A+ Reihe

Was mich so beim Pi 3A+ begeistert, im Vergleich zum Pi 1A+ ist der WLAN Anschluss. Endlich hat man Netzwerk-Konnektivität - dann kann man mit einem USB Port sehr bequem leben. Ich habe beispielsweise beim Test an den Pi 3A+ einfach unsere Logitech K400 Funktastatur Kombi verbunden, unser WLAN Netzwerk eingetragen und schon kann ich YouTube schauen, und Filme streamen. Oder Spiele mit Retropie spielen. Oder mein Multimedia-Center mit LibreELEC / KODI betreiben.

Die CPU (Broadcom BCM2837B0, Cortex-A53) macht den Pi 3A+ perfekt für ambitionierte IoT Projekte, Digital Signage, oder Streaming-only Multimediacenter bei denen man richtig Wumms braucht. Hier wurde weder am Takt noch am speziellen Kühl-Package gespart: der Pi 3A+ bringt die Leistung die er mit seinen 4 Kernen und 1,4 GHz Takt verspricht.

Der Pi Zero W eignet sich im Vergleich dazu für einfache IoT Projekte, bei denen man LEDs blinken lassen möchte, Taster auslesen möchte, etc. - ohne aufwändige Backends die auf dem gleichen System laufen sollen. Man sollte auch Lötkentnisse mitbringen ( oder greift zum Pi Zero WH), und etwas mehr Erfahrung mit Raspberry Pi's generell. Natürlich ist er nach wie vor der kompakteste Pi mit Funknetzwerk an Bord. Durch microUSB statt USB, die weggelassene GPIO-Stiftleiste und den miniHDMI Port, sowie die minimalistische Platinenfläche passt der Pi Zero W so gut wie überall. Last but not least hat er den geringsten Stromverbrauch in unserem Shootout.

Der Pi 3B+ bleibt nach wie vor das Top-Modell der Raspberry Pi Foundation, das alle Möglichkeiten offen hält (ja, wir hören euch - USB 3 gibt's auf dem Pi leider noch nicht), und mit 1 GB RAM macht man nichts verkehrt. Hier gilt die einfache Regel: je mehr desto besser. Wer also auf einem Raspberry Pi das Non-Plus Ultra der Leistung sucht, einen bequemen und einfachen Einstieg - der greift zum Pi 3B+.

Vergleich aller wichtigen Eckparameter

Modell

Raspberry Pi 3A+

Raspberry Pi 3B+

Raspberry Pi Zero W

CPU

4 Kerne, 1,4 GHz

4 Kerne, 1,4 GHz

1 Kern, 1 GHz

RAM

512 MB

1024 MB

512 MB

WLAN

2,4 GHz / 5 GHz

2,4 GHz / 5 GHz

2,4 GHz / -

Bluetooth

4.2 / BLE

4.2 / BLE

4.1 / BLE

LAN

-

"GBit" Ethernet (~ 300 Mbit/s)

PoE-fähig (mit PoE HAT)

-

Anschlüsse

1 x USB

HDMI

40 pin GPIO-Port, bestückt

MIPI-DSI (Displayport)

MIPI-CSI (Kameraport)

analog Audio/Video

4 x USB
HDMI

40 pin GPIO-Port, bestückt

MIPI-DSI (Displayport)

MIPI-CSI (Kameraport)

analog Audio/Video

LAN

1 x microUSB

miniHDMI

40 pin GPIO-Port, unbestückt
Kameraport (benötigt Adapter)

 

Stromversorgung

2,5 A microUSB

2,5 A microUSB

1 A microUSB

Abmessungen

65 x 56 mm (Platine)

ca. 12 mm hoch

85 x 56 mm (Platine)

ca. 20 mm hoch

65 x 30,5 mm (Platine)

ca. 5 mm hoch

Preis

25 $

35 $

10 $

Fazit:

Jedem Topf sein Deckelchen. Der Pi 3 A+ wird sicher bald seine begeisterten Anhänger finden. Haben wir bereits das schicke Pi 3A+ Gehäuse erwähnt? Es ist wirklich eine Augenweide.

5 Kommentare


  • Hallo,
    danke für die Info!
    Das macht den RasPI nicht interessanter für mich…
    Dass da exklusiv Windows drauf läuft, schon eher!
    Hauptsache, es gibt überhaupt Konkurrenz wie den Orange PI!
    Mit freundlichem Gruß
    VirtuOS MUC Dipl. Ing. Beckmann Nchf.
    Jan Beckmann

    Beckmann DI am

  • @Michael Uhlmann

    Ich gebe Ihnen Recht, dass 512 MB Speicher für manche Anwendungen zu wenig sind, und für Einsteiger der 3B+ die beste Wahl darstellt.

    2 GB sind bei allen Pis inklusive dem 3B+ aus technischen Gründen nicht möglich – der VideoCore IV unterstützt nur bis zu 1 GB RAM.
    Ein Re-Engineering wäre sehr aufwendig und damit mit Investitionen verbunden (ich habe Eben Upton direkt danach gefragt), und zudem: Mehr RAM kostet auch mehr Geld. Der für die Foundation so wichtige Preispunkt von 25 $ bzw. 35 $ könnte damit leider nicht erreicht werden … daher hat auch der Pi 3B+ nur 1 GB RAM.

    Max am

  • Der Zero W ist ja ok für kleine Projekte. Dummerweise habe ich mir jetzt den 3 A+ bestellt und bin enttäuscht. Klar ist er schneller als der Zero, aber mit Desktop und Browser und dann noch Videos sehen wollen, ist er hoffnungslos überfordert und reagiert nicht mehr. Warum wird wegen paar Euro am Speicher gespart? Ich würde lieber etwas mehr bezahlen für eine Version mit 2GB.

    Michael Uhlmann am

  • Oh, toll!
    Ich suchte jetzt den PI 5 mit Octacore oder Windowskompatiblem Prozessor, 4GB……usw.

    Toni am

  • Gibt es wirklich soooo viele, die sich die 10$ sparen würden ggü. dem Pi3B+? Ich eher nicht !
    Gerade das Argument, “Zukunftssicher” macht das mehr an Power und damit das Mehr an Leistung beim Pi3 B+ mehr als wett.
    Es ist ja nicht anzunehmen, dass sich kommende Anwendungen mit weniger Leistung zufrieden geben werden.

    Und wem ein Pi Zero gereicht hätte, seine Pläne umzusetzen, wird auch nicht heute mehr als das Doppelte ausgeben für ein Mehr an Leistungsbedarf den er eventuell (!) in 1-2 Jahren mal haben könnte.

    Bin sehr skeptisch bei Umsteigern, für Neueinsteiger ist der eher was

    Norbert Wangerin am

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